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Frau Kotowski-Jensch und Herr Geßner werden pensioniert

Geschafft! oder Geschafft? - Frau Kotowski-Jensch und Herr Geßner werden pensioniert
In der Schule sind die Dinge, wie auch im echten Leben, oft kompliziert miteinander verwoben oder stehen einfach so nebeneinander. Das gilt, je nach Perspektive, auch für den dienstlichen Abschied, den Frau Kotowski-Jensch und Herr Geßner zeitgleich zum Ende des Schuljahres vom GFG und von ihrer Berufstätigkeit nehmen.

Denn während wir uns z.B. einerseits über vier erfolgreiche Neueinstellungen zum kommenden Schuljahr freuen können, die jeweils um die 40 Dienstjahre vor sich haben, fällt es schwer, sich die Schule ohne Frau Kotowski-Jensch und Herrn Geßner vorzustellen, die jeweils ca. 40 Dienstjahre hinter sich haben. Alleine diese Zahlen könnte man nun mit Blick auf Frau Kotowski-Jenschs Fächer biologisch oder mathematisch betrachten und käme dabei auf Jahresmengen, die mehreren Lebensdauern entsprechen. Herr Geßner könnte das philosophisch, religiös oder germanistisch betrachten und auf diese Weise auch zu interessanten Gedankengängen gelangen. Das steht fest. Aber zum Glück sind beide sehr pragmatisch und richten ihre Blicke lieber auf Konkretes und eher nach vorne als nach hinten.
Aber an dieser Stelle soll zumindest ein kurzer Blick nach hinten geworfen werden. Für Frau Kotowski-Jensch braucht es da schon fast ein Fernglas, denn bevor sie an unserer Schule 1982 als Lehrerin für Biologie und Mathematik ihre Arbeit aufnahm, hat sie hier Mitte der 1960er Jahre ihre Schulzeit als Gymnasiastin begonnen und diese 1974 mit dem Abitur abgeschlossen. Obwohl sie sich nicht nach Kamp-Lintfort beworben hat, landete sie doch wieder hier und sagte selbst dazu, dass sie dies insgesamt doch als angenehme Zeit in Erinnerung habe. Sie unterrichtete ihre beiden Fächer mit Leidenschaft (vielleicht Mathematik noch ein bisschen leidenschaftlicher als Biologie), war Klassen- und Beratungslehrerin und übernahm ab 2004 die Koordination der Oberstufe. Dies meisterte sie souverän, was alleine schon wegen der durch den Wechsel von G9 zu G8 zeitweise drei parallel gültigen Prüfungsordnungen beachtlich war. Für Umwege und Umständlichkeiten war und ist sie nicht gerade zu haben. Aber Geduld und Raffinesse bei der Beratung und Begleitung von Schülerlaufbahnen gehörten immer zu ihren Markenzeichen. Sie gärtnert, kocht, näht, liest und reist sehr gerne. Neuseeland und die Antarktis stehen als nächste Ziele schon fest. Das klingt gemeinsam mit den anderen Leidenschaften nach einer gesunden Mischung aus Häuslichkeit und Weltneugier. Da dürfte es nach der Pensionierung nicht langweilig werden.
Herr Geßner begann bereits 1979 am Kamp-Lintforter Gymnasium, obwohl er sich ans Nachbargymnasium in Neukirchen-Vluyn beworben hatte. Dort gab er dann auch zwanzig Jahre später im ersten Beförderungsamt ein zweijähriges Zwischenspiel, bevor er seit April 2000 die stellvertretende Schulleitung am damaligen SGKL und jetzigen GFG übernahm. Das entsprach ursprünglich nicht seiner Planung, denn er ist wirklich das, was man einen Vollblutlehrer nennen kann. Er würde formulieren: Ich bin gerne vor Kohle. Gespräche mit ihm über Unterricht, Schülerinnen und Schüler, Unterrichtsbesuche und andere schulische Themen waren immer spannend, da sie neben dem, worum es jeweils inhaltlich ging, auch zeigten, dass Herr Geßner seinen Beruf liebt und beherrscht und gleichermaßen intensiv am Umgang mit den Lernenden wie mit den Themen und Unterrichtsgegenständen interessiert war. Sein großer Erfahrungsschatz, seine enorme Fachkenntnis, seine Belesenheit, sein Humor und seine menschliche Sicht auf die Dinge machten und machen den Austausch mit ihm immer zu gewinnbringenden Erlebnissen. Das gilt auch für die Gespräche über seine außerschulischen Lieblingsthemen. Stichwörter sind hier vor allem Familie, Fußball, Berlin, Lesen und Wandern. Auch wenn Herrn Geßners Reiseziele mit Italien und dem Abfahren der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze etwas weniger weit weg führen, als es bei Frau Kotowski-Jensch der Fall ist, so ist auch sein Blick offen für das, was die Welt bietet und ausmacht. Insofern überrascht es nicht, wenn er auf Einladung sicher wieder zu Besuch zum GFG kommen wird, aber gleichzeitig klarstellte: Kommen Sie nur nicht auf die Idee, mich zu fragen, ob ich als Vertretungslehrkraft reaktiviert werden will.
Im Namen der Schulgemeinschaft und natürlich auch persönlich, danke ich beiden sehr für die lange und wertvolle Arbeit, die beide am und für das Kamp-Lintforter Gymnasium geleistet haben und wünsche beiden viel Energie, Zeit und Glück für die sicher erlebnisreiche Zeit ohne Schule, Stundenplan, Korrekturen, Runderlasse, Prüfungsordnungen, ….


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