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Exkursion zum HKM Duisburg

Duisburg 07.02.2018. Im Südwesten des Ruhrpotts liegt Duisburg, eine Stadt, deren Geschichte mit der Stahlindustrie eng verwoben ist. Im Duisburger Süden befindet sich das traditionsreiche Hüttenwerk Krupp Mannesmann (HKM), dessen Gründungshistorie auf das Essener Unternehmen Schulz-Knaudt bis in das Jahr 1909 zurückreicht.

Während damals die Jahresproduktion von Stahl 110 000 Tonnen betrug, werden mittlerweile 5,53 Mio. Tonnen Rohstahl pro Jahr produziert (Daten: 2007). Das macht etwa 12% der deutschen Stahlproduktion aus.
An einem kalten Mittwochmorgen startete die Exkursion der Kurse Chemie Q1 und Physik Q2 zusammen mit Frau Seidel, Herrn Glorius und Herrn D. Barth in Richtung Duisburg zu diesem zweitgrößten deutschen Stahlproduzenten. Nach einem informativen, medial unterstützten Vortrag durch zwei ehemalige Ingenieure, wurde für eine adäquate Schutzausrüstung gesorgt. Ausgestattet mit Helm, Schutzbrille und orangen Kitteln, ging es geradewegs in das Herz des Unternehmens. Unterstützt durch die kompetente Führung der beiden ehemaligen Mitarbeiter, wurden die beeindruckenden Bilder schmelzenden Roheisens, weißglühenden Stahls und langsam abkühlender Brammen, direkt am Ort des Geschehens, informativ eingebunden.
Im Hochofen wird das im Hafen angelieferte Eisenoxid mit dem Reduktionsmittel Koks und weiteren Bestandteilen unter Einblasen heißer Luft zum flüssigen Roheisen reduziert. Die Schlacke wird direkt im Unternehmen zu großen Bergen von Hüttensand weiterverarbeitet, der in der Zementindustrie genutzt wird. Der restliche Kohlenstoff im Roheisen wird durch Aufblasen von Sauerstoff (Frischen) oxidiert, sodass flüssiger Stahl entsteht. Je nach Zugabe von Eisenschrott, können unterschiedliche Stahlarten hergestellt werden. Dieser beeindruckende Prozess, der unter Funkensprühen und weißem Glühen erfolgt, konnte direkt an den Konvertern beobachtet werden. Das heiße Roheisen, das im Abstand von einigen Metern angeliefert wurde, hinterließ eine wohlige Wärme auf der Haut.
Die Chemie der Redoxreaktionen wurde an diesem Tag sehr eindrucksvoll in den unterschiedlichsten Stadien gezeigt. Um es mit den Worten von Frau Seidel zusammenzufassen: „Wer im Ruhrpott lebt, muss auch die Stahlproduktion in Duisburg gesehen haben.“


Q1 Chemie, Q2 Physik, Sd, Gl, Bth