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Der Geschichte auf der Spur

3 Tage Berlin – Der Geschichte auf der Spur
Wo genau stand eigentlich die Berliner Mauer? Wie hätte Berlin ausgesehen, hätte Adolf Hitler sie zur Reichshauptstadt Germania umbauen können? Wo verkündete Kaiser Wilhelm II den Ersten Weltkrieg und wo wurde die Weimarer Republik ausgerufen?

Diese und viele weitere Fragen stellte sich der Leistungskurs Geschichte der Q2 im Unterricht, und so kam die Idee auf, einmal selber nach Berlin zu fahren. Diese Exkursion musste natürlich länger ausfallen als ein Tagesausflug. Vom 19.-21. Januar ging es also nach Berlin. Eine Stadtführung führte vom Szenekiez Kreuzberg vorbei am Checkpoint Charlie in die Mitte Berlins am Brandenburger Tor. Wo einst der Todesstreifen die Stadt und das Land ideologisch teilte, pulsiert heute das Leben, Touristen und Aktivisten suchen gleichermaßen die Nähe dieses symbolischen Ortes. Bei einem Besuch in der „Gedenkstätte deutscher Widerstand“ erkundeten die Schülerinnen und Schüler eigenständig die vielfältige Ausstellung, in deren Mittelpunkt der militärische Widerstand rund um Claus Graf Schenk von Staufenberg steht, welcher am 20. Juli 1944 versuchte, Hitler mittels einer Bombe zu töten. Im Innenhof, wo Staufenberg noch am selben Abend erschossen worden war, besichtigte der Kurs den Gedenkort. Im Deutschen Historischen Museum stand die Geschichte des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt, auch wenn das Museum viel mehr zu bieten hat und sicher einen weiteren Besuch lohnt. Hier staunten die Schülerinnen und Schüler über Hitlers Schreibtisch aus der Staatskanzler ebenso wie über einen Trabi, ganz aus Plaste. Noch beeindruckender fanden die Jugendlichen genauso wie die beiden Begleiter Herr Möller und Frau Menge die „Gedenkstätte Hohenschönhausen“, ein ehemaliges Stasi-Gefängnis. Verhörräume, Zellen und Isolationskammern sind dort im Originalzustand zu bestaunen. Die lebendige und mit vielen Anekdoten anschaulich erzählte Führung gewährte Einblicke in den Alltag der Stasi aber auch der DDR. Ein schon fast tagesaktueller Schauplatz war das Mahnmal für die unter den Nationalsozialisten ermordeten Juden, meist als Holocaust-Mahnmal bezeichnet. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler sich einen eigenen Eindruck verschaffen. Auch der Vergleich mit dem unweit gelegenen Mahnmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti führte die unterschiedlichen Meinungen und interessanten Kommentaren über Ort, Gestaltung und Wirkung. Einigkeit bestand aber darin, dass es gut, richtig und wichtig ist, an diese Ereignisse zu erinnern. Nicht zuletzt, weil Zeitzeugen nicht für alle Zeit unter uns sein werden. Gewiss ein guter Anknüpfungspunkt für das Treffen mit der Holocaustüberlebenden Eva Weyl, welche uns am Georg-Forster-Gymnasium am 07. Februar wieder besuchen wird. Wie kaum ein zweites Gebäude spiegelt auch der Reichstag in Berlin die bewegte Geschichte Deutschlands in den letzten 150 Jahren wieder. Eine Führung vor Ort führte nicht nur auf die Besuchertribüne des Bundestages, sondern auch vorbei an jenem Fenster, von dem aus Phillip Scheidemann 1919 die Republik ausgerufen hatte und – nur wenige Meter weiter – vorbei an jenem Fenster, über das wohl der Brandstifter eingestiegen war, der den Reichstag 1933 in Flammen setzte. Ein Symbol für den Untergang der Demokratie in Deutschland keine vier Wochen später. Die Korridore neben Angela Merkels Büro – mit dem Türschild als erstaunlich begehrtem Fotomotiv – staunten alle auch über die Graffiti der Rotarmisten, die diese 1945 bei der Eroberung Berlins hinterlassen hatten. Sie wurden beim Umbau des Reichstages ebenso konserviert wie Einschusslöcher und alte Fresken. Daneben moderne Glaselemente, die sich zum lichtdurchfluteten Plenarsaal hin öffnen. Neben diesem vollen Programm gab es aber auch Pausen zum Shoppen, Fotos machen und auch für ein gemeinsames Abendessen.  Anstrengend war es, aber auch interessant. Für die meisten wird es sicher nicht die letzte Reise nach Berlin gewesen sein.